Mexikotagung vom 5.-7. Februar
Die Menschenrechtssituation in Mexiko bietet viel Anlass zu Kritik. Ansätzen zur Demokratisierung unter der Regierung Fox (2000-2006) setzt Präsident Calderón seit seinem Amtsantritt die militärische Option entgegen - mit einer Politik der harten Hand und dem massiven Einsatz des Militärs im Inland als vermeintlichem Stabilitätsfaktor. Gleichzeitig werden der Zivilgesellschaft die Zugänge zu demokratischen Entscheidungsprozessen erschwert. Angesichts des Gewalteinsatzes von staatlichen Sicherheitskräften sowie Gruppen der organisierten Kriminalität bei gleichzeitiger Kriminalisierung und Delegitimierung zivilgesellschaftlicher Akteure befindet sich Mexiko heute am demokratischen Scheideweg.
Mit mexikanischen Referierenden von Menschenrechts- und Basisorganisationen sowie aus dem universitären und journalistischen Bereich soll auf der Tagung diskutiert werden, wo Mexiko im Jahr 2010 steht und welche Ansätze die Zivilgesellschaft verfolgt, um mit der schwierigen Menschenrechtslage umzugehen. In insgesamt vier Foren werden diese Fragen anhand symptomatischer Fälle von Menschenrechtsverletzungen diskutiert, und es soll ein Austausch über erfolgsversprechende Strategien zur Gewährleistung von Menschenrechten und zum Schutz vor Menschenrechtsverletzungen in Mexiko erfolgen.
Das endgültige Programm der Tagung finden Sie hier auf deutsch.
Das endgültige Programm auf Spanisch finden Sie hier.
Fachkonferenz »weltwärts« für Menschenrechte?! am 2./3. Februar 2010 in Berlin
Bietet das weltwärts-Freiwilligenprogramm eine Chance für mexikanische und deutsche Organisationen, eigene Strukturen und die transnationale Zusammenarbeit durch Freiwilligenarbeit mittel- und langfristig zu stärken? Ist es möglich, unterschiedliche Profile und Kompetenzen deutscher Organisationen und Partnerorganisationen in Mexiko in einer grenzüberschreitenden Strategie miteinander zu verknüpfen?
Um diese Fragen zu reflektieren, lädt die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko zu einer Fachkonferenz ein. VertreterInnen deutscher und mexikanischer Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Menschenrechte, zivile Konfliktbearbeitung, Entwicklungszusammenarbeit und Freiwilligendienste werden die Möglichkeiten für die Nutzung des weltwärts-Programms in der deutsch-mexikanischen Menschenrechtsarbeit diskutieren. Die Konferenz bietet eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Vernetzung im Schnittfeld mexikanischer Organisationen sowie ehrenamtlicher Initiativen, Nichtregierungsorganisationen und Freiwilligendiensten in Deutschland.
Das Konferenzprogramm finden Sie hier als pdf.
Wir über uns
Die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ist ein Netzwerk von Hilfswerken und Initiativen, die in Deutschland zur Menschenrechtssituation in Mexiko arbeiten. Unser gemeinsames Anliegen ist die Unterstützung mexikanischer Menschenrechtsorganisationen in ihrem Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen und Straflosigkeit, für mehr Demokratie und Gerechtigkeit.
Die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko gründete sich, um als Zusammenschluss von Organisationen die Öffentlichkeit in Deutschland über die Menschenrechtslage in Mexiko zu informieren und im Interesse mexikanischer Partnerorganisationen Lobbyarbeit in Europa zu betreiben.
Damit wollen wir dazu beizutragen, dass der mexikanische Staat den Verpflichtungen nachkommt, die er mit der Ratifizierung internationaler Menschenrechtsabkommen eingegangen ist, und die Menschenrechte nach innen garantiert. Ausgangspunkt unserer Arbeit ist die Situation in Mexiko, die immer noch durch schwere Menschenrechtsverletzungen gekennzeichnet ist.
Dazu gehören sowohl die Verletzung von bürgerlichen politischen als auch von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten, die sich beispielsweise in dem fehlenden Zugang zu Bildung und Gesundheit ausdrückt, sowie in der Marginalisierung großer Teile der Bevölkerung. Insbesondere die indigene Bevölkerung Mexikos leidet nach wie vor unter Diskriminierung und Missachtung ihrer Rechte. Die aus dieser Gesamtsituation resultierenden Proteste sozialer und indigener Bewegungen werden oftmals durch staatliche Organe gewaltsam unterdrückt.
Dabei kommt es immer wieder zu Folterungen, willkürlichen Verhaftungen, Vertreibungen und dem "Verschwindenlassen" von Menschen, bis hin zu Ermordungen, ohne dass die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen, die sich den Fällen von Menschenrechtsverletzungen annehmen, sehen sich häufig gewaltsamen Angriffen und Drohungenausgesetzt. Auch massive Gewaltverbrechen wie die seit 1993 begangenen und bis heute andauernden Frauenmorde in Ciudad Juárez oder das 1997 begangene Massaker an Angehörigen der indigenen Völker in Acteal, Chiapas, sind bis heute nicht aufgeklärt und werden auch weiterhin nicht in adäquater Weise verfolgt. Die Straflosigkeit gehört daher in Mexiko zu einem der größten Probleme im Kontext der Menschenrechtsverletzungen.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko dafür ein,
- dass die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, bürgerlichen und politischen Menschenrechte sowie die indigenen Rechte in Mexiko eingehalten werden.
- den Opfern von Menschenrechtsverletzungen zu Gerechtigkeit verholfen wird.
- der Straflosigkeit von Menschenrechtsverletzungen Einhalt geboten wird.
- die Arbeitsmöglichkeiten und die Sicherheit mexikanischer MenschenrechtsverteidigerInnen verbessert und garantiert werden.