Pressemitteilung: Besuch des Bundespräsidenten in Mexiko – Menschenrechte ins Zentrum der deutsch-mexikanischen Partnerschaft

Gedenken an ermordete Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen in Mexiko-Stadt. Foto: Françoise Greve/DMRKM

Berlin, 16. März 2026. Zum zweiten Mal in seiner Amtszeit besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Rahmen seiner Lateinamerikareise diese Woche Mexiko. Das zivilgesellschaftliche Netzwerk „Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko“ (DMRKM) bittet den Bundespräsidenten, Menschenrechte zum zentralen Gegenstand seiner Reise zu machen und das Thema in Gesprächen mit Mexikos Regierung und deutschen Unternehmen zu betonen. Nach offiziellen Angaben reist Steinmeier mit einer Wirtschaftsdelegation.

„Die Menschenrechtslage in Mexiko ist weiterhin so prekär wie bei Steinmeiers letztem Besuch im Jahr 2022. Zugleich wächst seit dem Wahlsieg von Donald Trump der Druck auf Mexiko massiv, die innere Sicherheit weiter zu militarisieren und eine restriktive Migrationspolitik durchzusetzen, um weitere Strafzölle oder eine mögliche US-Militärintervention zu vermeiden“, erklärt Françoise Greve, Koordinatorin der DMRKM. „Doch die Angehörigen der über 131.000 Verschwundenen und die Opfer von Menschenrechtsverbrechen brauchen Wahrheit und Gerechtigkeit sowie einen verlässlichen Rechtsstaat – nicht noch mehr Militär und Gewalt.“

Neben der hohen Zahl an Verschwundenen bleibt die Straflosigkeit bei Gewaltverbrechen mit über 90 Prozent auf einem extrem hohen Niveau. Mexiko zählt zudem weltweit zu den gefährlichsten Ländern für Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen. So wurden in der bisherigen Amtszeit von Präsidentin Claudia Sheinbaum seit Oktober 2024 bereits neun Journalist*innen ermordet. Laut der Organisation Centro Mexicano de Derecho Ambiental wurden allein im Jahr 2024 25 Umweltschützer*innen getötet; seit 2016 verschwanden zudem über 38 Menschenrechtsverteidiger*innen und 25 Journalist*innen gewaltsam.

„Für die mexikanische Zivilgesellschaft wäre es in dieser schwierigen Lage ein sehr wichtiges Zeichen, wenn sich der Bundespräsident persönlich mit Menschenrechtsverteidiger*innen trifft und Mexiko Deutschlands Unterstützung bei der Stärkung rechtsstaatlicher Strukturen sowie der Aufklärung von Menschenrechtsverbrechen wie dem Verschwindenlassen anbietet“, so Greve. Die Koordinatorin des Netzwerks betont zudem, dass Deutschland durch seine engen wirtschaftlichen Beziehungen auch selbst eine menschenrechtliche Verantwortung gegenüber Mexiko hat: „Deutschlands Entwicklungszusammenarbeit schrumpft, Rohstoffe rücken in den Fokus der Außenpolitik – das ist leider auch die Tendenz in den Beziehungen zu Mexiko. Umso wichtiger ist es sicherzustellen, dass deutsche Akteure nicht zu Menschenrechtsverletzungen im Rahmen von Lieferketten, Bergbau oder Infrastruktur- und Investionsprojekten beitragen.“


Ansprechperson:

Nikolas Grimm, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko

Tel: +49 (0)160 92832791/ presse[at]mexiko-koordination.de

Die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ist ein Netzwerk von:

Amnesty International Deutschland e.V., Bischöfliche Aktion Adveniat e. V., Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V., Brot für die Welt Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V., CAREA e.V.,
Franziskaner Helfen, Initiative Mexiko (INIMEX), Jesuitenweltweit, Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘
e.V., México vía Berlin e.V., Mexiko-Initiative Köln/Bonn, Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit
e.V., Pacta Servanda e.V., Partner Südmexikos e.V., pax christi Kommission Solidarität Eine Welt, Promovio e.V., Welthaus Bielefeld e.V., Zapapres e.V.

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