Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai veröffentlicht die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ein Factsheet mit Hintergrundinformationen zur Situation von Journalist*innen in Mexiko.
Alle 14 Stunden wird in Mexiko ein*e Journalist*in angegriffen. Das ist die Bilanz der Organisation ARTICLE 19 in ihrem Bericht über die Pressefreiheit unter der Präsidentschaft von Andrés Manuel López Obrador (2018–2024). 3408 Angriffe verzeichnete die Organisation in diesem Zeitraum. Das Spektrum
reicht von Drohungen und dem Missbrauch staatlicher Macht über physische Angriffe und widerrechtlichen Freiheitsentzug bis hin zu Mord und gewaltsamem Verschwindenlassen.
Im Zeitraum 2018–2024 wurden insgesamt 46 Journalist*innen ermordet und vier Medienschaffende verschwanden gewaltsam. Eine Abkehr von diesem Trend hat sich auch unter der seit dem 1. Oktober 2024 amtierenden Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum bisher nicht ergeben. Reporter ohne Grenzen dokumentierte 2025 neun Morde an Journalist*innen. Im weltweiten Vergleich werden außerhalb von Kriegsgebieten in keinem anderen Land mehr Medienschaffende Opfer von Gewaltverbrechen.
Die mexikanische Verfassung erklärt die „Freiheit, Meinungen, Informationen und Ideen über jedes Medium zu verbreiten“ (Artikel 7) als unverletzlich und verbietet jegliche staatliche Zensur. In ihrer ersten Rede nach dem Wahlsieg im Juni 2024 erklärte Claudia Sheinbaum den Schutz der Pressefreiheit zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Regierungsprogramms.
Die politischen Absichtserklärungen und die Rechtslage sind jedoch das eine – der Arbeitsalltag von Journalist*innen etwas ganz anderes. In unserem neuen Factsheet werfen wir einen ausführlichen Blick auf die Risiken, denen Medienschaffende in Mexiko ausgesetzt sind, und geben Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger*innen in Deutschland, der Europäischen Union und Mexiko.